Doris Dobetsberger - Vollblutaraber
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Hallo!

Als ich vor über 30 Jahren meine erste Reitstunde hatte, ahnte ich noch nicht, wohin mich die Leidenschaft für Pferde bringen würde.
Nach drei Jahren im Reitverein bekam ich mein erstes Privatpferd zu reiten. Rolli war eine Araber/Warmblut-Mischung, sehr arabisch geprägt, die damals schon meine Liebe zu dieser Rasse weckte. 1989 kaufte ich eine Araber/Lipizzaner-Mischlingsstute, der ich den Namen SHAHBA gab. Auf der Suche nach einem geeigneten Einstellplatz stieß ich auf das Gestüt Breitenau der Familie Trummer. Einige schöne Jahre vergingen, SHAHBA wurde mit Romero (Plakat x Nejadie) gedeckt und ich hielt mich eigentlich für immun gegen die sogenannte „Arabitis“. Ich hatte Pferde wie Anilin, Niagara, Khouri BB und Mena kennengelernt und war trotzdem standhaft geblieben, bis wir im November 1991 zum Gestüt Ahlemich von Frau Silvia Garde-Ehlert fuhren um zwei Stuten abzuholen. Da stand sie plötzlich, eine kleine, braune Stute mit Namen VOTIVA (Negresco x Viziya v. Nogotok).


 
Rolli

Mein erstes Reitpferd Rolli
Vympel

Vympel und ich

  Es war um mich geschehen. Die „Arabitis“ hatte überraschend zugeschlagen. Zuerst schien es finanziell unmöglich, doch wo ein Wille, da auch ein Weg, und zwei Wochen später stand Votiva bei uns im Stall. Als Votiva dann einen schweren, lebensbedrohenden Unfall hatte und mir das Ganze emotional über den Kopf wuchs, entschloß ich mich Shahba zu verkaufen. Votiva erholte sich erstaunlich schnell und stellte sich später auch als braves Reitpferd heraus. Als Zuchtstute klappte es leider nicht so recht. Ich hätte so gerne ein Fohlen von meinem Lieblingshengst VYMPEL (Menes x Molva) gehabt, aber Voti wollte dreijährig nichts von einem Hengst wissen und so beschlossen wir noch ein Jahr zu warten.

Im August 1993 passierte dann etwas, das wieder alles veränderte. Die Familie Trummer war für drei Wochen nach Amerika geflogen und die Tierarztstudentin Martina Simmerer und ich kümmerten uns um Stall und Pferde. Gleich am ersten Tag passierte das Schreckliche. Hans Trummers Lieblingsstute SARABANDA (Peleng x Saga) lag mit einer schweren Kolik in der Box. Ihr zur Seite die 1 Monat alte kleine SIBIRIA. Der gerufene Tierarzt machte uns keine guten Hoffnungen und so wurden Mutter und Kind in den Hänger verfrachtet und wir fuhren nach Wien in die Universitätsklinik. Sarabanda wurde operiert. Martina half bei der OP und ich kümmerte mich um das kleine Fohlen, dass die Welt überhaupt nicht mehr verstand. Sarabanda überlebte zwar die Operation, aber wir wurden mit dem Fohlen wieder nach Hause geschickt.
Nach einigen Schwierigkeiten mit der Ersatzmilch, sah Sibiria doch ein, dass nur darin ihre Überlebenschance bestand. In den nächsten zwei Wochen wurde ich Sibirias Ersatzmutter. Sie folgte mir wie ein Hund und es war um mich geschehen. Dieses Fohlen wuchs mir so ans Herz, dass ich es unbedingt haben musste. Schweren Herzens beschloß ich Votiva zu verkaufen, um das Geld für Sibiria aufzubringen. Hans Trummer wollte sie eigentlich nicht verkaufen, da Sibiria die einzige Tochter von Sarabanda blieb. (Sarabanda starb 1/2 Jahr später an einer weiteren Kolik). Wir einigten uns darauf, dass er zwei Fohlen von Sibiria bekommen sollte, so ging sie seiner Zucht nicht verloren. Votiva fand ein schönes Zuhause als Gründungsstute des Gestüts Stark in Vorarlberg. Obwohl Sibiria durch eine Lungenentzündung etwas hinter ihren Altersgenossinen zurück blieb, mauserte sie sich doch als Jährling zu einem sehr schönen Jungpferd, sodass sie im Oktober 1994 beim österreichichen Nationalchampionat einen Klassensieg und den Titel „Beste in Österreich gezüchtete Stute“ erringen konnte. Weitere gute Platzierungen als zwei- und dreijährige folgten. Im Jahr 1994 machte sich Hans Trummer auf die Suche nach einer Rappstute für Vympel (Menes x Molva). Im ungarischen Staatsgestüt Babolna wurde er fündig. 241 AMER 1 (Amer x 207 Farag II) eine asile schwarze Schönheit führte dort als Trommelpferd den Fanfarenzug an. Sofort war auch ich von diesem Pferd begeistert und entschloß mich, mich beim Kauf von Amer mit der Hälfte zu beteiligen. Amer wurde für mich das Traum-Reitpferd schlechthin. Solange Sibiria noch zu jung war, nahm ich sie immer als Handpferd mit ins Gelände und auch heute noch, wenn mir ein Reiter fehlt nehme ich einen der Beiden als Handpferd mit. Das macht selbst im Galopp keine Probleme. Sibiria wurde vierjährig von Bettina Hoflehner angeritten.
  Sibiria

Sibiria als Fohlen

Hans Trummer deckte SIBIRIA mit dem Hengst Mirok Monpelou (Vatikan x Gamila de Monpelou) und im Jahr darauf wurde SARAZENA geboren, die im Alter von wenigen Monaten einen neuen Besitzer in Schweden fand. Als nächstes wurde Sibiria mit dem amerikanischen Starvererber Padrons Psyche (Padron x Kilika) besamt und schenkte dem Stutfohlen Psyches Thais das Leben. In diesen Jahren war AMER an Achim Dirnhofer, Gestüt Birkhof verpachtet, der aus ihr ein wunderschönes Rappstutfohlen von Madallan Madheen, einen Hengst ebenfalls von Madallan Madheen und einen Rapphengst von Pasha Farid zog. 1999 kaufte ich noch die Kubinec-Tochter KRUSCHENKA (a.d. Nenja). Sie war nur ca. 1 Jahr in meinem Besitz. Angeritten von Bettina Hoflehner verliebte sich eine ganze Familie in sie und da mir dies ein guter Platz erschien, gab ich sie weiter, wollte aber noch ein Fohlen züchten.

Sibiria und Amer   Sarazena   Kais
Sibiria und Amer   Sarazena   Kais

Als ich den Hengst KAIS (Pakistan x Proba) das erste Mal in Holland sah, war ich sofort von seinem unglaublichen arabischen Typ fasziniert. Als es Hans Trummer dann gelang den Hengst zu pachten, meldete ich sofort alle drei Stuten an. Sibiria war als erste dran, doch gleich nach der Geburt war mir klar, dass etwas nicht stimmte. Der kleine Hengst atmete unnatürlich schnell. Er wurde sofort in die Klinik gebracht, aber trotz der besten Versorgung wurde es immer schlimmer und er musste eingeschläfert werden. Ein harter Schlag, aber die Geburt von Amers Tochter ATHINAI vertrieb wenige Wochen später meine Trauer. Doch auch das Fohlen von Kruschenka wurde unter keinem guten Stern geboren. Der kleine Hengst wollte nicht trinken und trotz Infusionen und allen Versuchen verstarb er in der nächsten Nacht. Durch diesen erneueten Verlust gelangte ich zu der Überzeugung nie wieder zu züchten. Athinai schenkte mir aber so viel Freude, dass ich diesen Gedanken wieder verwarf. Als 2002 die Möglichkeit bestand mit dem jungen Hengst PSYNERGY (Padrons Psyche x Balenina) zu decken, den ich schon von klein auf kannte, nützte ich diese Chance.

Psynergy

Paaris

Bild oben: Hengst Psynergy, unten: sein Fohlen Paaris

  Sibiria und Amer wurden gedeckt. Sibiria brachte ein extrem süßes Stutfohlen zur Welt, dass ich PASSIONATA nannte. Die Kleine war in der Zwischenzeit als Jährling in Wels auf der Schau und konnte in der schweren nationalen Klasse mit 38 Punkten den dritten Platz belegen. Amer brachte ein dunkelbraunes, extrem typvolles Hengstfohlen zur Welt, PAARIS der mit seinem Aussehen, aber auch vor allem mit seinem zutraulichem Wesen viele Besucher beeindruckte. So fand er seine neue Heimat in Italien bei Carmen Herbst und Mauro Ranieri. Für das Zuchtjahr 2004/05 ist Sibiria an Nicole Wagner-Liebold verpachtet und wieder trächtig von Psynergy.

Athinai wird bei Bettina Hoflehner angeritten. Denn was mir bei allem Spaß am Züchten und auch an Schaubesuchen am wichtigsten ist, das sind gut gerittene Pferde, mit denen ich als zuverlässige Freizeitpartner viel Freude habe. Die Intelligenz, Feinheit und Sanftheit der Vollblutaraber hat mich gefangen und wird mich bis zu meinem Lebensende nicht mehr loslassen. Bedanken möchte ich mich bei Frau Elfriede Petz, der Besitzerin von Rolli, bei der ich so viel gelernt habe. Bei Hans und Barbara Trummer, durch die ich so viele tolle Pferde und Menschen kennenlernen durfte. Bei Bettina Hoflehner, die meine Pferde immer perfekt ausbildet und die eine wirklich gute Freundin ist. Bei Mary Lang, Scott Allman und Simon Kelly, bei denen meine Pferde so viel lernten und die sie so perfekt auf Schauen präsentierten. Bei Martina Simmerer, in deren Stall es meinen Pferden so gut geht und die als Tierärztin schon so oft der Retter in der Not war.
  Athinai

Passionata

Bild oben: Athinai, unten: Passionata

Nachtrag 1 (Juli 2008)

Nun sind schon wieder ein paar Jahre ins Land gezogen und natürlich hat sich auch wieder viel getan.

In Aachen 2004 hatte ich dann wieder einen unerwarteten und schweren "Arabitisanfall". Hinter der Halle stand ein Hengst und wurde gerade von zwei jungen Mädchen gewaschen. Eines der Mädchen drückte gerade den Schwamm zwischen seinen Ohren aus. Er stand da und schaute mit seinen großen dunklen Augen ruhig und gelassen in die Ferne. Sein dunkelbraunes Fell war durch die Nässe fast schwarz. Wer war das? Wir fragten nach. "Das ist ALI KHAN (Al Hakkim x Sharene), Multichampion aus England." Wir erfuhren seine etwas seltsame Geschichte. Von einem Hengst, der Jahre auf einer Insel verschollen war und dort mit Kühen lebte. Fohlen gab es noch kaum. Man erzählte, dass wir, wenn er am nächsten Tag in der Schauklasse drankommen würde - erst richtig Augen machen würden. Er hätte Bewegungen wie wir sie noch nie zuvor gesehen hätten. Ja, ja, das kann jeder behaupten. Am nächsten Tag trabte ALI KHAN in die Halle und es war nicht gelogen.

Alikhan   Alikhan Ich hatte noch nie einen Araber so traben gesehen. Ich war einfach überwältigt von diesem Pferd, seiner Ausstrahlung und Präsenz. Als wir dann erfuhren, dass er in die Schweiz verpachtet würde, war es schon beschlossen und Decksprünge gebucht. Erste Deckversuche mit Gefriersamen schlugen 2005 fehl und so fuhr ATHINAI 2006 zu Lasahr Arabians in die Schweiz.
Ali Khan   Ali Khan in Aachen  

2005 hat SIBIRIA für Nicole Wagner-Liebold ein Stutfohlen (v. PSYNERGY) geboren. Es erhielt den Namen ABA PSYNNAMON. Wieder war das eine von den Geburten, wo man beschließt das Züchten aufzugeben. SIBIRIA hatte die Idee, das Fohlen bei -20° auf der Koppel im Schnee auf die Welt zu bringen. Gott sein Dank wurde sie dabei gesehen und konnte noch rechtzeitig in den Stall gebracht werden. Das Fohlen fiel dann Martina Simmerer in die Arme. Es war riesengroß. Danach wollte sich die Nachgeburt nicht lösen, das Fohlen kolikte und es waren bange Stunden.
Am Ende ist doch wieder alles gut ausgegangen. Es stellte sich aber später heraus, dass Sibiria eine Geburtsverletzung davon getragen hatte.
Ihre Zuchtkarriere schien damit beendet.
AMER schenkte einem Hengstfohlen von FS ETERNAL FLAME (Kubinec x Temptress MSC) das Leben. Der kleine Dunkelbraune FARAMIR war schon als Fohlen ein unglaublich cooles Pferdchen. Sein einmaliger Charakter war es auch der Hubert Sandmair dazu bewog ihn als Jährling zu kaufen. Er ist mittlerweile Wallach, hat ein 5-Sterne Zuhause und wird mit seinem Besitzer in Zukunft viele Wanderritte bestreiten.
ABA PSYNNAMON wurde in den Oman verkauft und konnte einige sehr gute Schauplatzierungen auf großen Schauen erreichen.

ATHINAI kehrte trächtig aus der Schweiz zurück und wieder begann das gespannte Warten auf das nächste Fohlen.
Im April 2007 wurde dann AMIR KHAN geboren. Zuerst etwas enttäuscht, dass es wieder ein Hengstfohlen geworden war, eroberte der kleine Kerl bald mein Herz. Unkompliziert und zutraulich stand er in der Box, egal wie viele Menschen auch anwesend waren. ATHINAI präsentierte stolz ihren ersten Sohn. Im September fuhren wir auf die Schau in Baden bei Wien. Mit 40 Punkten und der höchsten Bewegungsnote aller Fohlen erreichte AMIR den 2. Platz. Für Wels 2008 habe ich ihn 3 Monate in professionelles Schautraining zu Mary Lang gestellt. Er war dort einige Zeit ziemlich krank, hat nicht ordentlich gefressen, ist noch dazu ziemlich gewachsen und war daher etwas zu mager. Auf der Schau hat er sich nicht so gut präsentiert und war eher etwas schüchtern. Er bekahm eine Bewertung, die mich, ehrlich gesagt etwas schockiert hat. Es war aber einfach nicht sein Tag. Wenn ich ihn heute auf der Koppel sehe - immer noch viel zu dünn - dann weiß ich, dass er viel besser sein kann. Ich werde ihn also jetzt mal ihn Ruhe wachsen lassen und dann mal sehen wie er in einem oder in zwei Jahren aussieht.

Im Frühjahr 2007 rosste SIBIRIA so stark, dass ich mich entschloss sie noch einmal gynäkologisch untersuchen zu lassen. In der Klinik sollte eine Endoskopie der Gebärmutter gemacht werden. Und wenn sie schon mal in der Klinik war, wollte ich auch so komische Dübbel, die sie schon einige Zeit auf der Brust hatte und die trotz verschiedener Behandlungen nicht mehr weg gingen, genauer untersuchen lassen. So wurde so ein Ding herausgeschnitten und eingeschickt. Die Untersuchung der Gebärmutter war positiv. Der Tierarzt meinte ich könnte versuchen sie wieder zu decken. Da war die Freude groß. Immerhin hatte ich bis dahin 5 Pachtanfragen für sie erhalten. Leider machte der Befund des Gewächses alle Freude wieder zunichte. SIBIRIA hat Krebs. Eine bei Pferden ganz seltene Form - malangines Lymphom. Im April 2007 hieß es, dass sie vermutlich noch ca. 1 Jahr zu leben hätte... das war wieder mal ein harter Schlag.

Heute geht es SIBIRIA immer noch gut. Die Gewächse breiten sich aber über den ganzen Körper aus. Sie hat keine Schmerzen, man kann sie auch problemlos reiten. Sie ist fit und munter und hätte sie nicht diese Dübbel würde niemand etwas merken. Irgendwann wird dann das Knochenmark angegriffen und dann soll es sehr schnell gehen. Ich hoffe dass SIBIRIA noch viel Zeit bleibt...
  Sibiria

Nachtrag 2 (August 2010)

Wie es mein Schicksal zu sein scheint, wechseln in meinem Leben mit den arabischen Pferden Freud und Leid in schöner Regelmäßigkeit. SIBIRIAS Gewächse wurden immer mehr, sie hatte sie wohl auch innen, weil sie auch nicht mehr wiehern konnte. Der Tierarzt schlug eine Behandlung mit Kortison vor. 16 Tabletten Prednisolon am Tag. Nach 3 Wochen waren alle Dübbel verschwunden. SIBIRIA konnte wieder wiehern und sah aus als hätte sie nie etwas gehabt. Wir verringerten die Dosis langsam und dann reichten 6 Tabletten über lange Zeit aus.
Im Mai 2009 habe ich ATHINAI zur Bedeckung mit dem Hengst FIREBALL (Magnum Psyche x Flotylka) gebracht. Ein Hengst der mir von seinem Aussehen, seinem Wesen und seiner Abstammung sehr passend für ATHINAI erschien. Auch stand er nur ca. 10 km von mir entfernt bei Gabi Hammerer als Pachthengst. ATHINAI wurde mit nur einem Decksprung tragend.
Mittlerweile waren wir wieder in einen Reitstall umgezogen. Den Sommer verbrachten wir mit vielen schönen Ausritten in der Umgebung von Pennewang.

Am 3. August 2009 dann ein schwerer Schicksalsschlag. Der Koppelfreund von AMER hat wohl auf sie ausgeschlagen und sie so dumm getroffen, dass sie auf das rechte hintere Bein gar nicht mehr draufsteigen wollte. Wir fuhren noch in die 3 km entfernte Klinik weil von außen einfach nichts zu sehen und zu ertasten war. Wer AMER kannte, weiss dass sie sehr hart im Nehmen war und wenn sie auf ein Bein gar nicht mehr draufsteigt, dann muss es was wirklich Schlimmes sein. Die Röntgenbilder bestätigten den Verdacht. Der Oberschenkelknochen war gebrochen - keine Frage was das bedeutete. AMER wusste es sicher auch. Ihr Blick war nach innen gerichtet, sie muss große Schmerzen gehabt haben. Sie wurde sofort von ihrem Leiden erlöst. Dabei hatte ich gerade bei ihr gedacht, dass sie locker über 30 Jahre alt werden würde.

Nicht viel später übersiedelte ich in einen kleinen Stall wo die Pferde mehr Auslauf und Weide zur Verfügung hatten. Gerade für das Fohlen von ATHINAI wollte ich optimale Aufzuchtbedingungen. Im Jänner 2010 bekam dann SIBIRIA Hufrehe. Das Kortison wurde sofort abgesetzt. Es dauerte keine Woche und die Krebs-Gewächse fingen wieder an sich zu vermehren. Die Hufrehe wurde behandelt und SIBIRIA erholte sich gut. Bald konnte sie wieder schmerzfrei gehen. Aber gerade ihre große Leidenschaft - das Fressen mussten wir jetzt natürlich einschränken.

Nessaja   In dieser Zeit machte ich mich auf die Suche nach einer weiteren Stute, die qualitätsvoll und wenn möglich geritten sein sollte. Fündig wurde ich in Bayern bei Astrid Schmid. SC NESSAJA (Davidoff x DA Nicosia) kannte ich schon aus der Zeit wo sie gemeinsam mit ATHINAI bei Bettina Hoflehner in Beritt war. Schon damals hat sie mir extrem gut gefallen. Nun stand ich wieder vor NESSI und ich erinnerte mich daran wie brav sie damals unter dem Sattel war und die Entscheidung war schnell gefallen. Da NESSI ein eben geborenes Fohlen bei Fuß hat muss ich mich noch etwas gedulden bis sie nach Österreich kommen kann. Im September sollte es soweit sein.
Nessaja im Jänner 2010

   
Im März erfuhr ich dann, dass ich diesen Stall wieder verlassen muss, weil der alte Bauernhof weggerissen und ein Wohnhaus hingebaut wird. Ich übersiedelte etwa einen Monat vor ATHINAIs Geburtstermin nach Fischlham.

Am 15. Mai brachte ATHINAI die bezaubernde AMIDALA zur Welt. Ein Fohlen genau so wie ich es mir aus der Anpaarung mit FIREBALL vorgestellt hatte. Leider verletzte sich die kleine Maus schon mit 3 Wochen und musste genäht werden. Da wohl auch ein Schleimbeutel beleidigt war zog sich die Behandlung über Wochen hin. AMIDALA bewies aber schon ihr unerschütterliches Wesen. Immer vertrauensvoll und zutraulich ließ sie alles über sich ergehen.
  Fireball   Amidala
    Fireball   Amidala, 2 Tage alt

SIBIRIA ging es unterdessen immer schlechter. Sie hatte Probleme mit dem Atmen und dem Gehen. Die Gewächse hatten sich wieder über den ganzen Körper ausgebreitet. Ich telefonierte mit dem Tierarzt um einen Termin zum Einschläfern auszumachen. Er schlug vor es noch einmal mit dem Kortison zu versuchen, sollte sie wieder Hufrehe bekommen, dann wäre es das Ende. SIBIRIA bekam 3 Tage die Tabletten und war dann wie ausgewechselt. Sie trabte wieder herum, legte sich in der Box wieder nieder. Die Gewächse verschwanden wieder.

Am 17. Juli stellte ich NESSAJA in Ansbach bei der Prämienstutenschau vor. Die Rennerei bei schwülem Wetter in der Halle war nicht so meines. Ich holte mir auch eine Rüge von Herrn von Kleist, weil ich wohl etwas zu lasch war. Am Ende gratulierte er mir aber zum Kauf von NESSI. Sie ist jetzt eine Prämienstute des deutschen Verbandes.

Anfang August erfuhr ich dann, dass ich auch diesen Stall wieder verlassen muss. Der Pächterin - die bis kurz vorher noch von ihrem Lebenstraum gesprochen hatte - wurde alles zu viel und sie hatte die Pacht gekündigt. Mittlerweile kenne ich aber in der Umgebung die meisten Ställe und so sind wir am 30. 7. 2010 zu Carola Zeller nach Steinerkirchen übersiedelt.

Etwas über eine Woche im neuen Stall und SIBIRIA bekam wieder einen Reheschub. Ich hatte es schon kommen sehen, es musste eines Tages passieren. Da es einfach keinen Sinn macht sie noch weiter zu behandeln und immer zwischen Krebs und Hufrehe am Leben zu erhalten, habe ich am 8.8. 2010 die Entscheidung getroffen sie auf die immergrünen Weiden zu schicken.
17 Jahre war das BIERCHEN in meinem Besitz.

 

 

   
     
     
Vollblutaraber Doris Dobetsberger